Orthopädische Operationen

Sollte eine Operation bzw. ein stationärer Aufenthalt notwendig sein, führen wir die Anmeldung direkt aus der Ordination durch. Sie werden von uns telefonisch  über Ihren (vorläufigen) Termin sowie über notwendige Voruntersuchungen verständigt.  Sie werden zu einer präoperativen Besprechung in die Ordination eingeladen. Hier wird nochmals eine genaue orthopädische Untersuchung und Aufklärung über die geplante Operation inklusive Kontrolle sämtlicher Befunde durchgeführt.

Unsere Fachärzte für Orthopädie sind Belegsärzte im Krankenhaus Rudolfinerhaus, in der Privatklinik Döbling, im Sanatorium Hera und im Evangelischen Krankenhaus. Schwerpunkte: arthroskopische Eingriffe, Knie- und Hüftendoprothetik, Fusschirurgie. Operative Eingriffe auf Kassenbasis werden vornehmlich im Hanusch-Krankenhaus, oder in der Klinik Ottakring (ehem. Wilhelminespital) geplant. 

Die Zuweisungen zu den notwendigen präoperativen Voruntersuchungen (Blutabnahme, EKG, Röntgen sowie OP-Freigabe durch einen Facharzt für Innere Medizin) erhalten Sie von uns in der Ordination.

Arthroskopische Eingriffe

  • Schulter-Arthroskopie
  • Knie-Arthroskopie

Endoprothetik

  • Hüft-TEP
  • Knie-TEP
  • Schulter-TEP

Handchirurgie

  • Karpaltunnelsyndrom
  • Dupuytrensche Kontraktur
  • schnellender Finger

Fusschirurgie

  • Hallux valgus
  • Zehendeformitäten (Hammerzehe, Krallenzehe)

Arthroskopische Eingriffe

Was sind die Vorteile einer Arthroskopie?

Die Arthroskopie ist Teil der minimalinvasiven Chirurgie, die eher kleinere Verletzungen abdeckt. Im Vergleich zu den offenen chirurgischen Verfahren hat die Arthroskopie folgende Vorteile:

  • Geringere Belastung für den Organismus
  • Weniger Schmerzen nach dem Eingriff
  • Kürzere Regeneration/Heilungszeiten
  • Schnellerer Wiedereinstieg in die Alltagsaktivitäten

Schulter-Arthroskopie

Als Schulterarthroskopie wird die medizinische Begutachtung des inneren Schultergelenks mit einer optischen Sonde (Arthroskop) bezeichnet. Der Operateur untersucht die einzelnen Strukturen des Schultergelenks wie Muskeln, Bänder und Knorpel. Beschwerden, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen werden untersucht. Die Schulter-Arthroskopie  wird meist in Vollnarkose durchgeführt, es ist aber auch eine Regionalanästhesie/Plexusanästhesie möglich. Während der optischen Untersuchung des Schultergelenks können auch notwendige Eingriffe durchgeführt werden:

  • Befestigung abgerissener Muskelsehnen 
  • Entfernung von Kalkdepots 
  • Rekonstruktion der Muskulatur der Schulter (sog. Rotatorenmanschette)
  • Straffung der Kapsel und Stabilisierung bei häufiger Schulterluxation
  • Entfernung krankhaft veränderter Gelenkanteile, z.B. bei Arthrose

Eine Schulter-Arthroskopie kann sinnvoll sein bei:


Knie-Arthroskopie

Eine Kniearthroskopie ist ein minimalinvasiver Eingriff. Die Operation erfolgt schlüsselloch-chirurgisch über zwei kleine Hautschnitte auf beiden Seiten des Knies. Es handelt sich um eine Operation mit kleinstmöglichen Schnitten. Damit sind die Komplikationsrate, die Infektionswahrscheinlichkeit und das Auftreten von Heilungsstörungen nach der Knieoperation im Vergleich zu den sogenannten offenen Operationen stark herabgesetzt. Der Eingriff erfolgt in Teil- oder Vollnarkose. Während der optischen Untersuchung des Kniegelenks können auch notwendige Eingriffe durchgeführt werden, z.B.

  • Glättung, Entfernung oder Naht geschädigter Meniskusanteile
  •  Behandlung von Knorpelschäden
  • Behandlung von Kreuzbandverletzungen 
  • Behandlung einer Luxation der Kniescheibe 

Eine Knie-Arthroskopie kann sinnvoll sein bei:


Endoprothetik

Hüft-TEP (Totalendoprothese der Hüfte)-künstliches Hüftgelenk

Die Hüft-TEP wird meistens eingesetzt, wenn der Gelenksknorpel sich abgenutzt hat und eine Arthrose entstanden ist. Der Gelenkkopf reibt in der Gelenkpfanne. Hüftarthrose führt zu einer Versteifung des Hüftgelenks. Die Erkrankung beeinträchtigt die Beweglichkeit des Patienten im Alltag und das Gangbild erheblich.

Eine Hüftprothese stellt die Beweglichkeit und in einem gewissen Ausmaß die Sportfähigkeit zuverlässig wieder her.

Die Hüft-TEP wird eingesetzt bei:

  • Arthrose
  • Oberschenkelhalsfrakturen bei denen Nekrosen entstanden sind
  •  Entzündliche Veränderungen des Hüftgelenkes.
  •  Hüftkopfnekrose
  • rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis 
  • Knochenbrüchen

Knie-TEP (Totalendoprothese des Knies)-künstliches Kniegelenk

Die Knie-TEP wird meistens eingesetzt, wenn der Gelenksknorpel sich abgenutzt hat und eine Arthrose entstanden ist. Die Erkrankung beeinträchtigt die Beweglichkeit des Patienten im Alltag und das Gangbild erheblich. Bei der Operation wird der krankhafte Teil des Gelenks durch ein künstliches Implantat ersetzt.

Je nach Ausmaß oder Position der Arthrose kann das gesamte Kniegelenk ersetzt werden (Knie-TEP), oder nur der betroffene Gelenksabschnitt (Halbschlitten oder Gleitlagerprothese). 

Die Knie-TEP wird eingesetzt bei:

  • Arthrose
  • Knorpelschädigung
  • Instabilität des Knies
  • rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis 


Schulter-TEP – Das künstliche Schultergelenk

Künstliche Schultergelenke werden nun schon seit über 30 Jahren stetig weiterentwickelt und erfolgreich implantiert. Der Einbau eines künstlichen Schultergelenks ist also für den Spezialisten zu einem Standardeingriff geworden. Durchschnittlich werden in Österreich pro Jahr ca. 2000 künstliche Schultergelenke implantiert, die Tendenz ist steigend.

Nur im Bereich der Hüfte und der Knie ist ein künstlicher Gelenksersatz noch deutlich häufiger, was daran liegt, dass diese Gelenke täglich unser Körpergewicht „stemmen“ müssen und somit einer deutlich höheren Belastung ausgesetzt sind.

Die Implantation eines künstlichen Schultergelenks kann notwendig werden, wenn die Abnutzung des Gelenkes sehr weit fortgeschritten ist und der Patient trotz konservativer Maßnahmen einen hohen Leidensdruck erfährt. Auch verschiedene Verletzungen im Bereich der Schulter wie Frakturen oder ausgeprägte Sehnenrisse können den künstlichen Gelenkersatz notwendig machen. Je nach Alter und Indikation stehen uns im Prinzip drei verschiedene Prothesenmodelle zur Verfügung: anatomischer Kopfersatz, anatomischer Ersatz von Kopf und Gelenksfläche und inverse Schulterprothese.

Welcher Prothesentyp für Sie am besten geeignet ist, wird in einer genauen Voruntersuchung mit Ihnen gemeinsam entschieden. Entscheidende Faktoren sind hierbei unter anderem das Lebensalter, die Ausprägung der Arthrose, die Qualität des Knochens sowie die Schädigung der Sehnen.

Alle Prothesenmodelle haben das Ziel, dem Patienten wieder eine schmerzfreie Beweglichkeit im Schultergelenk zu ermöglichen und somit die Lebensqualität zu verbessern. Ein enger Austausch zwischen Operateur, Patient und Physiotherapeut ist für ein optimales Ergebnis von großer Bedeutung. 

Die Operationsdauer beträgt ca. 1,5 Stunden und kann individuell variieren. Der postoperative Krankenhausaufenthalt liegt im Schnitt bei einer Woche. Hier findet sofort nach dem Eingriff eine Schmerztherapie und passive physiotherapeutische Beübung statt. Die Ruhigstellung des Armes abseits der physiotherapeutischen Einheiten beträgt 3-6 Wochen, ab der 7. Woche ist normalerweise eine freie Beweglichkeit unter anhaltender Physiotherapie erlaubt. Eine Arbeitsfähigkeit für Schreibtischtätigkeiten ist nach ca. 4-6 Wochen möglich, bei schwerer körperlicher Belastung im Beruf kann sich diese Zeit verlängern. Bei Patienten, die intensivere physiotherapeutische Betreuung benötigen, besteht nach der Operation auch die Möglichkeit einer stationären Reha.

Um ein ideales Ergebnis zu erreichen, sollte man mit einem künstlichen Gelenksersatz nicht warten, bis die Beschwerden unerträglich werden. Denn wenn durch Schonhaltung der Schulter der Arm monate- oder jahrelang nicht mehr bewegt wird, baut sich die Schultermuskulatur ab. Eine gut ausgeprägte Schultermuskulatur ist wünschenswert, damit die Operation bestmögliche Ergebnisse erzielt und der volle Bewegungsumfang der Schulterprothese garantiert ist.

Haben Sie Fragen zu konservativen und operativen Möglichkeiten im Rahmen der Schulterchirurgie? Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung und freuen uns, Ihnen wieder zu Bewegungsfreiheit und Schmerzfreiheit verhelfen zu können! 


Handchirurgie

Operation des Karpaltunnelsyndroms

Bei einem Karpaltunnelsyndrom wird der Mittelnerv eingeengt (Nervus medianus), der im Handgelenk verläuft. Dies kann zu Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühlen und eingeschränkter Beweglichkeit führen an Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger. Es kommt u.a. zu nächtlichen Schmerzen und Kraftlosigkeit. Die Diagnose wird gestellt über die Symptomatik, Nervenleitgeschwindigkeit oder Nervenultraschall. 

Bei einer Operation in Lokalanästhesie wird das Karpalband durchtrennt, das an der Beugeseite der Handwurzel verläuft. Dadurch wird der Mittelnerv entlastet. Eine Operation kann die Beschwerden dauerhaft beseitigen. 


Operation Dupuytren´sche Kontraktur

Die Dupuytren´sche Kontraktur ist eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes in der Handinnenfläche. Durch eine anfangs knotige und später auch strangartige Verdickung  kann es zu einer dauerhaften Beugestellung einzelner oder mehrerer Finger kommen. Die Krankheit kann alle Finger an beiden Händen betreffen, meistens Kleinfinger und Ringfinger. In vielen Fällen ist keine Ursache ersichtlich.

Ist die Erkrankung so weit fortgeschritten, dass bereits eine funktionelle Einschränkungen der Hand besteht, ist eine operative Behandlung notwendig. Bei einer Operation wird das betroffene Gewebe in der Hand unter lokaler Betäubung vollständig entfernt.


Operation schnellender Finger

Ein Schnappfinger oder schnellender Finger ist eine Sehnengleitstörung der Hand. Dabei kommt es zur Einengung der Sehnenscheiden und zur lokalen, knotigen Verdickung der betreffenden Sehne.
Die empfindlichen Beugesehnen in der Hand sorgen dafür, dass wir unsere Finger beugen und strecken können. Verdicken die Sehnen aufgrund von Dauerbelastungen, können sie nicht mehr reibungslos an den quer verlaufenden Ringbändern vorbeigleiten. Der Finger schnappt zurück in die Streckung, was häufig mit Schmerzen verbunden ist. Durch die Reibung entsteht eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis stenosans).

Die Folge ist, dass der verdickte Anteil der Sehne im Bereich des Ringbandes ruckartig an diesem vorbeispringt, was die charakteristische Symptomatik verursacht. Meistens tritt die Störung über dem Fingergrundgelenk auf der Handinnenseite auf.

Im fortgeschrittenen Stadium kommt es vor, dass der betroffene Finger nicht mehr eigenständig aus der gebeugten Stellung heraus bewegt werden kann. Bei der Operation in Lokalanästhesie wird das Ringband und die krankhaft veränderte Sehnenscheide gespalten. 


Fusschirurgie

Fuß-Operation Hallux valgus 

Einen Hallux habe wir alle, es handelt sich um das Großzehengrundgelenk. Einen Hallux valgus bedeutet einen Schiefstand der Großzehe, eine Abweichung des Großzehengrundgelenks zur Körpermitte. Diese Fehlstellung kann zu zahlreichen Beschwerde führen und wird im Volksmund gerne Überbein, Ballenzeh, oder Frostballen bezeichnet. Beschwerden zeigen sich oft durch verdickte und gerötete Haut, so wie nur kurze schmerzfreie Gehdistanzen. Im fortgeschrittenen Stadium und nach Ausschöpfen der konservativen Therapien hilft oft nur eine Operation. 

Es gibt viele operative Möglichkeiten. Welche für Ihren Fuß in Frage kommt entscheidet Ihr Orthopäde. Die Entscheidung welche Operation durchgeführt werden kann wird getroffen aufgrund Ihrer Beschwerden, nach eingehender Untersuchung, einer Röntgenaufnahme (im Stehen) Ihres Fußes eventuell auch einer MRT-Untersuchung. 
Die Operationsmethode entscheidet die Dauer und Art der Nachbehandlung.


Operation Hammerzehe und Krallenzehe

Krallenzehen und Hammerzehen sind weitverbreitete Zehenfehlstellungen. Beim Hammerzeh ist die Zehe im Grundgelenk überstreckt und im Endgelenk gebeugt, sodass die Zehe erst nach oben und dann (wie ein Hammer) nach unten zeigt. Krallenzehen sind im Grundgelenk stark überstreckt und im Mittel- oder Endgelenk dauerhaft gebeugt. Die verkümmerten Zehen berühren unter Belastung den Boden nicht mehr und haben  keine Funktion mehr beim Gehen, Balancieren und Ausgleichen von Bodenunebenheiten.

Die Operationsmethode wird je nach Deformation und ihrer Ausprägung entschieden.